Mähen und Freischneiden

Es gibt viele Formen von Wiesen und Offenlandflächen, die jeweils eigene Merkmale und Besonderheiten aufweisen. Leider wurden viele dieser wertvollen Offenlandflächen im Laufe der Zeit aufgegeben, weil sich ihre Bewirtschaftung nicht mehr lohnte. Sie wurden entweder aktiv aufgeforstet oder der natürlichen Sukzession überlassen, sie verbrachten und verbuschten zusehens. Dadurch fanden die über Jahrhunderte sich entwickelten Pflanzengesellschaften keine geeigneten Lebensbedingungen mehr. So verschwanden auch viele Arten, die heute selten oder sogar vom Aussterben bedroht sind.

 

Um das zu verhindern, müssen die Flächen wieder aufgewertet und gepflegt werden. Hier kommen wir ins Spiel! Mit Freischneider, Balkenmäher und Mulcher ist jeder Aufwuchs schnell entfernt. Auch bereits verbrachte Flächen, auf denen sich Brombeeren und Sträucher ausgebreitet haben, sind kein Problem. Vor allem auf schwer befahrbarem Terrain, wie in Hanglagen oder bei nassem Boden, spielen Freischneider, Balkenmäher und andere kleine Geräte ihre Vorteile aus. Wir unterstützen auch Sie gerne bei der Flächenpflege.


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Feuchtwiese

Diese Wiesen findet man häufig in Tallagen, in Gewässernähe oder dort, wo Wasser aufgrund von dichten Bodenschichten nicht versickern kann. Sie zeichnen sich durch einen ganzjährig feuchten bis nassen Boden aus. Daher ist zwar die Wasserversorgung für die Pflanzen sehr gut, doch die Durchlüftung des Bodens sehr schlecht. Die Nährstoffversorgung kann ganz unterschiedlich ausfallen. Talwiesen sind durch den Stoffeintrag von Sicker- und Oberflächenwasser meist eher nährstoffreich. Dagegen sind durch Niederschlagswasser versorgte Flächen eher nährstoffarm. Daher haben sich an diese Bedingungen angepasste Pflanzengesellschaften etabliert. Der nasse, oft sumpfige bis anmoorige Boden verhindert das Befahren mit Traktoren, außerdem haben größere Tiere wie Rinder und Pferde ebenfalls Schwierigkeiten und die Flächen verschlammen schnell. In der Landschaftspflege werden für die Mahd von Feuchtwiesen daher entweder kleine Geräte wie Balkenmäher oder Freischneider eingesetzt, oder es wird mit nässetoleranten Schafen beweidet. Der Klimawandel könnte Feuchtwiesen wieder wirtschaftlich interessant machen, denn dort ist die Wasserversorgung auch in lang anhaltenden Dürrezeiten noch gut.

Trockenrasen

Das Gegenstück zur Feuchtwiese: In steilen Hanglagen und auf sehr durchlässigen Böden müssen die Pflanzen mit wenig Wasser auskommen. Oft sind diese Flächen auch noch südexponiert und bekommen so viel Sonne ab. Besonders bei ehemaligen Weinbergslagen ist dies der Fall. Viel Licht und Wärme in Kombination mit Trockenheit haben zur Folge, dass die Gräser und Kräuter eher klein bleiben. Selbst ohne regelmäßiges Mähen wirken diese Wiesen daher eher wie ein kurzer Rasen. Die Trockenheit hat auch eine schlechte Nährstoffversorgung zur Folge, die durch entsprechende Substrateigenschaften des Bodens verstärkt werden kann. Viele Trockenrasen sind daher auch sogenannte Magerrasen. Dort wachsen Pflanzen und leben Tiere, die sich normalerweise in weit südlicher gelegenen Gefilden finden, z.B. mediterrane Arten. Der Wert für den Natur- und Artenschutz ist daher sehr hoch, doch die Erträge in Form von Gras und Heu sind sehr gering, sodass Trocken- und Magerrasen wirtschaftlich nicht mehr lohnend sind. Die häufig steile Hanglage erschwert die Pflege der Flächen. Neben Beweidung mit Schafen und Ziegen kann mit kleinen Geräten gemäht werden. Ferngesteuerte Maschinen mit Raupenfahrwerk kommen sogar in Steillagen zurecht.

Streuobstwiesen

Mit Obstbäumen ließ sich neben der Grasschicht eine zusätzliche Schicht darüber nutzen. Beweidung und Gras- bzw. Heuernte konnten so mit einer ergiebigen Obsternte kombiniert werden. Kein Wunder, dass vielerorts alle Dörfer von Obstwiesen umringt waren und Obstbäume das Landschaftsbild über Jahrhunderte prägten. Spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg sorgten jedoch das Wirtschaftswunder und die zunehmende Industriealisierung und Globalisierung für eine Veränderung des Konsumverhaltens. Obst und Obsterzeugnisse wurden nun in großem Stil produziert, man konnte sie einfach und günstig kaufen, anstatt sie aufwendig selbst herzustellen. Der Obstanbau mit Hochstämmen wurde allmählich aufgegeben. In den 1970er Jahren führten Prämien zu großflächigen Abholzungen der Obstbäume. Die Wiesen sollten frei sein, um sie effizienter mit großen Traktoren befahren zu können. Erst danach setzte ein Umdenken ein, viele Leute erkannten den Wert der Obstwiesen und setzten sich für ihren Schutz ein. In dieser Zeit wurde der Begriff "Streuobstwiese" geprägt, denn die Bäume schienen weit verstreut auf den Wiesen zu stehen. Dabei war dies lediglich eine Folge mangelnder Pflege und der Abholzung, denn auch früher wurden die Bäume meist schon in Reihen gepflanzt. Streuobstwiesen sind deshalb so wertvoll, weil sie den Lebensraum Wiese mit dem Lebensraum Baum kombinieren. Obstbäume blühen im Frühjahr und tragen Obst im Herbst, was sie für viele Insekten, Vögel und andere Tiere interessant macht. Zudem besitzen insbesondere alte Obstbäume relativ viel Totholz, Höhlen und andere Strukturen. In keinem anderen Lebensraum in Deutschland kommen auf kleinem Raum so viele Arten vor wie auf Streuobstwiesen, die Artenzahl wird auf etwa 3000-5000 geschätzt.

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